Osterfahrradtour

Es stand wieder eine Fahrradtour auf dem Programm über die ich euch hier auch berichten möchte. Der Plan war es, von Freiburg wieder zurück in die Heimat (Landau) zu fahren. Der Zeitraum dafür war das Osterwochenende in diesem Jahr.

Für den Rheinradweg haben wir uns entschieden, da es dort eher flach wenn nicht sogar etwas Berg ab, am Rhein entlang, geht. Also die perfekten Voraussetzungen für uns “Gelegenheitsradfahrer”. Ich rede von uns, da ich nicht alleine unterwegs war. Wir waren eine motivierte Truppe von 10 Personen.

Tag 1 – 1. Etappe Freiburg nach Breisach

Um erst einmal nach Freiburg zu kommen ging es Gründonnerstags Nachmittags nach Feierabend los. Ein großer Teil der Gruppe stieg in Landau, mit den voll beladenen Fahrrädern, in den Zug nach Karlsruhe ein. Auf dem Weg dorthin stiegen die restlichen Teilnehmer zu. Der Weg nach Karlsruhe war überhaupt kein Problem da der Zug genügend Platz hatte. Am Hauptbahnhof in Karlsruhe mussten wir umsteigen in den Zug nach Offenburg. Was wir nicht bedacht hatten war, dass vielleicht der ein oder Andere an diesem langen Wochenende mit dem Zug nach Hause fährt. So kam es, dass wir immer zu  zweit uns mit den beladenen Fahrrädern in die Fahrradabteile quetschten und eine sehr stressige Fahrt hatten. In Offenburg angekommen mussten wir das letzte Mal umsteigen und waren einige Zeit später endlich in Freiburg. Damit wir an den nächsten Tagen nicht übermäßig viele Kilometer fahren müssen wurde beschlossen, dass wir noch einige Kilometer in die Nacht hereinfahren und uns dann ein gemütliches Schlafplätzchen suchen. Aus den einigen Kilometern wurden 25 Kilometer. Kurz vor Breisach suchten wir uns dann eine schöne Wiese und fielen erschöpft in unsere Schlafsäcke und übernachteten  einfach unterm Himmelszelt.

Tag 2 – 2. Etappe Breisach nach Urloffen

Geweckt mit den ersten Sonnenstrahlen standen wir auf und verspeisten ein schnelles aber ausgiebiges Frühstück. Da wir an diesem Tag die längste Etappe geplant hatten (80km) mussten wir uns auch zeitig wieder auf die Sättel schwingen. Nachdem alles wieder verladen war ging es direkt weiter. Die meiste Zeit fuhren wir mit Hilfe des Europaradwegs EuroVelo 15 durch schöne Wälder und Dörfer am Rhein entlang. Immer wieder ließen wir uns von anderen Fahrradwegen, mit gleichem Ziel, ablenken und wechselten von dem Rheinradweg auf andere Fahrradwege. Das sollten wir später aber noch bereuen…
Nach 100km auf dem Sattel, noch 20 Kilometer vom Ziel entfernt, legten wir wieder mal eine Pause ein.
Bei dieser machte auch der Kreislauf eines Mitfahrers plötzlich schlapp. Aber ein Orangensaft aus meiner Satteltasche hilft nicht nur Diabetikern wieder auf die Sprünge :D.
Somit konnten wir zum Endspurt ansetzen und die letzten 20 Kilometer zu unserem Pfadfinderzeltplatz, der DPSG Urloffen, fahren. Dort angekommen vielen wir alle nur noch vom Sattel und stellten fest, dass aus einer Tour mit 80 Kilometern plötzlich 120 Kilometer wurden.
An diesem Tag habe ich meine Basalrate auf 0% gesetzt und war gefühlt trotzdem die ganze Zeit am Essen von Müsliriegeln um meine Blutzuckerkurve ein bisschen im Normalbereich zu erhalten. Alles andere erledigten die Motivationskekse oder -gummibärchen die es immer wieder zur allgemeinen Stimmungsaufhellung gab 😀
Ausklingen ließen wir den Abend mit einer enormen Portion Spaghetti und Pesto und dem ein oder anderen Getränk am Lagerfeur bevor wir müde in die Schlafsäcke fielen.

Tag 3 –Stadtbummel in  Straßburg


Nach den ersten 145 Kilometern planten wir den 3. Tag zum Erholen ein. Nach einem ausgiebigen Brunch machten wir uns, mit dem Zug, auf den Weg nach Straßburg und verbrachten den restlichen Tag dort. Das Laufen war eine angenehme Abwechslung zum Strampeln der letzten Tage und brachte uns allen etwas Erholung von der Etappe am Vortag.

Tag 43. Etappe Urloffen nach Neuburg am Rhein

Es fiel uns bzw. unserem Allerwertesten sichtlich schwer  weiterzufahren. Aber was sein muss sein 😀
Also ging es weiter vom Pfadfinderzeltplatz aus, am Rhein entlang, in Richtung Neuburg am Rhein. Leider war das Wetter eher durchwachsen sodass wir immer wieder die Regenklamotten anziehen mussten. Nach gut 70 Kilometern fanden wir eine schöne und abgelegene Wiesen vor Neuburg auf der wir unser Nachquartier aufschlugen.

Tag 5 – 4. Etappe Neuburg am Rhein nach Landau


Letzter Tag und Endspurt. Wir wollten jetzt alle schnell heim, so dass  die letzten 30 Kilometer wie im Flug vergingen. Wir mussten jetzt den Rheinradweg EuroVelo 15 verlassen und fuhren auf allerlei Feldwegen in Richtung Heimat und kamen dort auch völlig entkräftet, aber stolz die Tour gepackt zu haben, an.

Die Tour hing mir noch einige Tage in den Knochen. Aber kein Wunder, es waren auch 245 Kilometer. Aber dafür, dass wir alle keine trainierten Radfahrer sind und so etwas auch nicht regelmäßig machen gab es im Großen und Ganzen wenige Probleme.

Meinen Diabetes hatte ich natürlich nicht vergessen. Ich hatte sehr viele Säfte und Müsliriegel in meinen Taschen (Das Gewicht hat man auch gemerkt :D) sodass ich bestens gerüstet war. Während der Tour selber hatte ich immer, danke des FreeStyle Libres Sensors, einen schnellen Überblick über meine aktuellen Werte und konnte somit eine Unterzuckerung zuverlässig verhindern. Zusätzlich war eine reduzierung der Basalrate natürlich unumgänglich.

Die Tour selber habe ich mit der Fahrradkarte Rhein-Radweg 3  geplant. Sehr zu empfehlen, da sie schön handlich ist und teilweise mehrere Routenvarianten empfohlen werden. Einen Fehler sollte man aber vermeiden. Wenn man unterwegs auf die lokalen Fahrradwege achtet und immer von Dorf zu Dorf fährt werden es schnell mehr Kilometer als geplant. Andererseits kann man die schöne Gegend genießen, hat eine abwechslungsreiche Umgebung und fährt nicht unbedingt die ganze Zeit auf dem Rheindeich am Rhein entlang. Solltet ihr also auch einmal eine Tour am Rhein entlang planen, lasst diese Überlegung unbedingt in die Planung einfließen.