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5 Tage Kanu auf dem Ognon

Heute möchte ich euch von meinem Sommerlager als Gruppenleiter im letzten Jahr erzählen… Im Sommer fahren wir immer mit unseren Gruppenkindern 14 Tage in ein Lager. Dieses Mal hatten wir für unsere Kids ein außergewöhnliches Lager in Frankreich geplant. Die erste Hälfte des Lagers wollten wir in mehreren Kanus auf dem Ognon (Frankreich) verbringen.

5 Tage auf uns allein gestellt. Morgens nicht wissen wo man abends ankommt, ohne festen Schlafplatz, ohne Einkaufsmöglichkeiten, ohne Kühlschrank und das mitten in der Natur auf einem Fluss mit 15 Mädels.

Klingt nach einer organisatorischen Herausforderung für uns Gruppenleiter und auch für meinen Diabetes. Das war es auch! Da der Platz auf den Kanus und die Anzahl der Fässer begrenzt war musste jeder sein Gepäck so weit abspecken, dass sich immer zwei Leute ein wasserdichtes Fass geteilt haben. Jeder kann sich vorstellen, da blieb nach dem Schlafsack nicht sehr viel übrig. Bei mir kam dann noch reichlich Pumpenequipment, Teststreifen und Hypo-Helfer dazu. Also alles viel zu viel für meinen vorhanden Platz :D. Aber Dank meines Leitungsteam auch wieder kein Problem.

 

Nun aber von Anfang an: Los ging es im am frühen Morgen mit einem Anhänger voller Kanus im Schlepptau. Angekommen wurden die Kanuflotte zu Wasser gelassen und alles abfahrtbereit gemacht. Und schon ging es los auf dem, noch langsam fließenden, Fluss. Die Tage verstrichen mit Paddeln, Schwimmen, Spielen und allerlei Quatsch machen, wie im Flug. Die Nächte dagegen waren teilweise länger als nötig. Grund dafür war eine Einsparmaßnahme am Anfang der Planung. Wir hatten entschieden die Isomatten nicht mit auf die Kanus zu nehmen um Gepäck zu sparen. Die Folgen davon war, die eine oder andere Nacht auf hartem Boden oder einem Kiesbett.

Da zu jeder Zeit die Gefahr des Kenterns bestand, musste ich natürlich meine Insulinpumpe morgens nach dem Frühstück ablegen. Und so kam es, dass durch die gleichmäßige Bewegung und der nicht vorhandenen Basalrate meine Blutzucker über den Tag recht gleichmäßig verlaufen ist und ich nur zu den Mahlzeiten die Pumpe an stöpseln musste. Auch mal wieder ein interessantes Gefühl nichts am Körper zu tragen. (Der Schein trügt aber, im Hinterkopf macht man sich dann umso mehr Gedanken über den aktuellen Blutzucker)

Aus Angst vor einem Wasserschaden habe ich mein elektronisches Equipment immer 2- bis 3-mal wasserdicht in kleine Packsäcke verpackt. Das sollte sich noch lohnen. Nach ein paar Tagen entschied sich das Gruppenleiterkanu (mit mir an Board) den etwas wilderen Arm des Flusses zu befahren. Natürlich war das eine grobe Fehleinschätzung der Lage was mit herzlichem Lachen der Kinder belohnt wurde :D.

Ende dieses Kunststückes war das Umfallen des Kanus. Dabei wurde das komplette Kanu gebadet. Nachdem wir unsere ganzen Fässer und Packsäcke wieder eingesammelt hatten gab es einen Materialcheck. Und siehe da, alle Fässer und Packsäcken haben nicht zu 100% dicht gehalten 🙁 …Glück im Unglück, Schutzschicht B und C der Insulinpumpe und des Blutzuckermessgerätes haben ihre Aufgabe erfolgreich bestanden. Somit gab es keine langfristigen Folgen dieses ungeplanten Bades.

Hast du schon eine ähnliche Tour unternommen? Wie ist es dir dabei ergangen?

 

2 Kommentare

  1. ich bewundere die Überlegungen und guten Planungen, trotz aller Überraschung und doch ein gesundes, fröhliches Ende der Tour ,
    opa

    • Sebastian

      30. Oktober 2017 at 19:37

      Vielen Dank 😉
      Diese Überlegungen sind auch sehr wichtig. Nicht nur aus persönlichen Gründen, es sind ja auch immer eine Gruppe Kinder dabei. Aber mit meinem Leitungsteam alles machbar 👍

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